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Bernd Thomas Zimmermann

Holzgestaltung, Bildhauer

Foto: Bernd Thomas Zimmermann 1996

geboren 23.01.1951 in München
Studium an der Akademie der Bildenden Künste, München
1971-73 Malerei bei Prof. K. F. Dahmen
1973-74 Malerei bei Prof. Mac Zimmermann
1974-77 Bildhauerei bei Prof. R. Jacobsen

Mitglied des Berufsverbands Bildender Künstler (BBK) Augsburg Schwaben-Nord, Kunstverein Aichach e. V., Kunstverein Schrobenhausen Atelierausstellungen, zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in München und im Süddeutschen Raum.

Installationen, Themenausstellungen:

Internationale Bekanntheit durch seine Arbeiten des Mooreichenzyklus. Seit 1996 ist der Künstler Mitglied des Schwabinger Weihnachtsmarkt e. V. Neben den bildhauerischen Arbeiten stellt er dort Designobjekte zum Thema Heimische Hölzer und Mooreiche vor.

Designobjekte (Schatullen/Dosen)

Heimische Hölzer und Mooreiche

Foto: Bernd Thomas Zimmermann
Foto: Bernd Thomas Zimmermann
Foto: Bernd Thomas Zimmermann
Foto: Bernd Thomas Zimmermann


Mooreichenskulpturen aus dem Mooreichenzyklus

Foto: Bernd Thomas Zimmermann

Aktuelle Arbeiten aus 2005, die im Stand zu sehen sind.

Zur Mooreiche aus dem Donaumoos

Herkunft

Das vom Künstler verwendete Mooreichenholz stammt aus dem Donaumoos. Mit seinen charakteristischen Äckern von schwarzer Erde und den kilometerlangen geraden Straßen neben den Entwässerungskanälen erstreckt es sich zwischen Pöttmes, Neuburg a. D. und Ingolstadt; es galt als das größte Niedermoor Europas.

Fund

Die Bauern finden beim Pflügen oder Ausbessern von Entwässerungsgräben von Zeit zu Zeit Eichenstämme, meist nur Teile von großen Bäumen, die in der schwarzen Torferde eingelagert sind. Es handelt sich dabei um Äcker am Rande des ehemaligen Moores, wo sich auch Inseln befanden. Die Fundstellen sind begrenzt auf ein Gebiet von wenigen Quadratkilometern nordwestlich von Pöttmes wo die größte Moormächtigkeit - Tiefe der Torferdschicht - des gesamten Donaumooses zu finden ist. Im Laufe der Jahrtausende gab es immer wieder große Überschwemmungen des Gebietes wobei die Bäume im Wurzelbereich abstarben. Die am Rande des Moores stehenden Bäume fielen um, sanken tief in den Morast und wurden mit Wasser getränkt. Bekannt ist, dass Eichen dann unter Luftabschluss dauerhaft erhalten bleiben.

Farbe, Qualität und Trocknung
Foto: Bernd Thomas Zimmermann

Da Eichen einen sehr hohen Säuregehalt aufweisen reagieren sie chemisch sehr stark. Nach wissenschaftlicher Erkenntnis geht man davon aus, dass der Eisengehalt des Wassers und die Huminsäuren im Moor in einem sehr langsamen Prozess der Durchtränkung das Holz schwarz färben. Dieser Vorgang dauert je nach Stärke 2000 bis 4000 Jahre bis die Hölzer bis zum Kern tiefschwarz gefärbt sind. Gleichzeitig findet eine angehende Versteinerung statt. Entscheidend für die hervorstechenden Eigenschaften des Mooreichenholzes speziell aus dem Donaumoos ist der ihm eigene Trocknungsvorgang. Durch die Kultivierung und Entwässerung des Gebietes seit über 100 Jahren senkte sich der Grundwasserspiegel ab. Dies bedingte wiederum die starke Absenkung des Moorbodens um etwa 3 cm im Jahr - das bedeutet eine Absenkung von 3 m in hundert Jahren! Die mit Moorerde umschlossenen Baumteile erfuhren dadurch einen extrem langsamen Trocknungsprozess und traten langsam näher an die Erdoberfläche - die Bauern sagen “sie steigen auf” - was eher mit der Legendenbildung um das Holz zu tun hat. Wenn sie schließlich beim Pflügen gefunden werden ist das Wasser im Holz größtenteils entwichen. Bei etwa zwei bis drei Jahre langer Lagerung im Schatten ist die weitere schonende Trocknung gewährleistet und man kann rissarme Stücke erhalten. Bei weiterer Verarbeitung zu Schreiner oder Drechslerware können durch Spalten und Aufsägen rissfreie Stücke kleinerer Abmessung gewonnen werden. Fünfzig Prozent und mehr des Fundstücks fallen dabei als Verschnitt an! Von ungefähr drei Funden im Jahr ist nur jeder Dritte mit den idealen Bedingungen verknüpft und in Form und Qualität für die Skulpturen des Mooreichenzyklus geeignet. Die Auswahl der für den Zyklus verwendeten Stücke basiert auf der inzwischen langjährigen Erfahrung des Künstlers im Umgang mit dem Material. Sein Hauptinteresse gilt dabei den besonders gut erhaltenen tiefschwarzen “Findlingen” von herausragender Qualität.

Foto: Bernd Thomas Zimmermann


Installationen

Foto: Bernd Thomas Zimmermann

Aus der Arbeit am Mooreichenzyklus und der Auffächerung des Themas entwickelte sich der Bereich der Installation. Die Skulpturen wurden unter Einbeziehung des Raumes mit anderen Materialien in einen erweiterten Kontext gestellt, was weiterhin ein interessanter Zwischenbereich beim jeweiligen Ausstellungskonzept bleibt. Seit 2001 ist ein eigenständiger Zyklus “Installationen” entstanden. Aus verschiedenen Materialien gestaltet der Künstler an geeigneten Orten raumgreifende Objekte die sich als temporäre Installationen verstehen. Sein Hauptanliegen ist die Aufmerksamkeit auf zeitkritische Themen zu lenken. Es ist ihm gelungen durch zahlreiche Artikel in regionalen und überregionalen Zeitungen in Erscheinung zu treten und mit einschlägigen Texten und Abbildungen seiner Installationen eine sehr breite Öffentlichkeit zu erreichen. Bernd Thomas Zimmermann möchte durch die Anziehungskraft einer bestechenden äußeren Form - im Sinne von Poesie - das Gefühl ansprechen und damit erreichen, dass sich der Betrachter für die Auseinandersetzung mit den jeweiligen Inhalten öffnet.

Foto: Bernd Thomas Zimmermann
Foto: Bernd Thomas Zimmermann
Foto: Bernd Thomas Zimmermann
Foto: Bernd Thomas Zimmermann


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