Schwabing ist nicht nur ein Stadtteil, sondern ein Lebensgefühl

Tipps zum Flanieren, Shoppen, Natur, Kleinkunst & Kultur

Schnuppern Sie hinein in die bayerische Lebensart – eine faszinierende Mischung aus lebendigem Brauchtum und Weltoffenheit, aus Behäbigkeit und südländischem Temperament. Die Nähe zu den Bergen und den Seen des Voralpenlandes, die beeindruckenden Rokoko- und Jugendstilbauten, Theater und Museen, internationale Messen, eine avantgardistische Kulturszene und Sportevents.

Vom Dorf zum Stadtteil

Schwabing wurde 782 unter dem Namen „Suuapinga“ („Siedlung eines Schwaben“) erstmals erwähnt, ist also sogar fast 400 Jahre älter als München, das erst 1158 gegründet wurde. Im Schatten der mächtigen Residenzstadt jedoch blieb Schwabing bis ins 18. Jahrhundert ein kleines Dorf von Fischern und Milchbauern. Es wurde 1890 nach München eingemeindet, was zum großen Bauboom der Gründerzeit führte. Was heute als schicker Altbau gilt, wurde in Schwabing in der Zeit um 1900 errichtet.


1. Leopoldstraße

Die Leopoldstraße ist eine der lebhaftesten Straßen Münchens – nicht nur wegen des hohen Verkehrsaufkommens. Etliche Geschäfte, Restaurants, Kneipen und Cafés sind beiderseits des Fahrstreifens wie an einer Perlenkette aufgereiht.


2. Siegestor

Dämmerung in SchwabingAn den Arc de Triomphe in Paris kommt das Siegestor nicht ganz heran. Dennoch ist der Münchner Triumphbogen besonders nachts, wenn er beleuchtet ist, ein Blickfang. Hervor sticht die Quadriga: Sie zeigt die Bavaria umrahmt von vier Löwen. Das Siegestor ist die Grenze zwischen den Stadtteilen Schwabing und Maxvorstadt. Doch das steinerne Tor ist noch mehr als das. Es markiert auch den Übergang von der Ludwigstraße zur Leopoldstraße. Außerdem bildet das Siegestor das nördliche Ende einer Sichtachse, die mit der Feldherrenhalle am Odeonsplatz beginnt. Nördlich des Siegestors beginnt die Leopoldstraße, die Haupt-Flaniermeile des Szeneviertels Schwabing. Zwischen den Pappeln, die zu beiden Seiten der Straße stehen, sitzen Einheimische und Touristen im Café, essen Eis oder bummeln durch die Geschäfte. Der Triumphbogen, um 1840 von Ludwig I. bei dem Architekten Friedrich von Gärtner in Auftrag gegeben, sollte nach dem Vorbild des Konstantinbogens in Rom gestaltet werden.


3. Walking Man

Walking Man
Die 17 Meter hohe und 16 Tonnen schwere, weiße Skulptur steht seit September 1995 an der Leopoldstraße in München vor dem Eingang der Versicherung Munich Re, die das Werk im Rahmen finanzierte. Die Figur ist in der Bewegung des Gehens begriffen. Der Walking Man besteht aus einer in Los Angeles, Vereinigten Staaten gefertigten Stahlkonstruktion. Sie wurde dort in neun Teile zerlegt und per Luftfracht nach München transportiert, wo sie wieder zusammengesetzt wurde, gestaltet hat sie der amerikanische Künstler Jonathan Borofsky.


4. Italienisches Flair genießen: Der „Dom von Schwabing“

Sie gilt als eine der schönsten Münchner Kirchen: St. Ursula am Kaiserplatz entstand Ende des 19. Jahrhunderts und orientiert sich mit seiner mächtigen Kuppel und dem freistehenden Glockenturm architektonisch an italienischen Vorbildern. Da lassen sich die Schwabinger nicht lumpen und genießen wie echte Italiener die lauen Sommerabende auf den Stufen vor dem „Dom von Schwabing“.


5. und 6. wunderschöne Jugendstilhäuser

Adlig sind auch andere Plätze im Stadtteil – zumindest dem Namen nach: Ob Kurfürstenplatz oder Hohenzollernplatz – königlich verweilen lässt es sich an allen. Zudem gibt es überall kleine Cafés und Bistros, die einen Spaziergang durch Schwabing-West auf jeden Fall empfehlenswert machen. Das liegt auch an den beeindruckenden Gebäuden mit den kunstvollen Jugendstilfassaden, die sich gebündelt beispielsweise in der Kaiserstraße, Hohenzollernstraße und Franz-Joseph-Straße finden.


7. Münchner Freiheit und der Schwabinger Weihnachtsmarkt – Kunstoase im Advent

244_stimmung700_4801Altschwabing, das Viertel zwischen Münchner Freiheit und Englischem Garten ist allerdings nicht nur für bissige Satire bekannt. Es ist auch ein belebtes Kneipen-, Café- und Restaurantviertel. Das wusste schon Helmut Fischer – als Monaco Franze berühmt geworden – zu dessen Ehren vor dem Café an der Münchner Freiheit 1989 eine Bronzestatue aufgestellt wurde. Im Winter schätzen viele Münchner den Schwabinger Weihnachtsmarkt an der „Freiheit“ wegen seiner heimeligen Atmosphäre. Über 80 Künstler aus ganz Deutschland sind persönlich anwesend und präsentieren am Schwabinger Weihnachtsmarkt feines Handwerk. Entdecken Sie lokale Schätze, individuell gestaltete, langlebige Wertarbeit. Genießen Sie in einer einmaligen Marktatmosphäre echtes Erleben, haben Sie bereichernde Zeit und gute Gespräche.


8. Der Natur ganz nah: Bummeln im Englischen Garten

MünchenDer Englische Garten ist eine 375 Hektar große Grünanlage im Münchner Nordosten am Westufer der Isar und gehört damit zu den größten Parkanlagen der Welt. Die Bezeichnung rührt von den englischen Landschaftsgärten her, die von Friedrich Ludwig von Sckell 1792 bei der Gestaltung des Geländes zum Vorbild genommen wurden. Der Münchner Englische Garten zählte zu den ersten großen kontinentaleuropäischen Parkanlagen, die von jedermann betreten werden durften. Als eine der weiträumigsten innerstädtischen Parkanlagen der Welt erfreut sich der Englische Garten sowohl bei den Münchnern als auch bei den Touristen zu jeder Jahreszeit großer Beliebtheit.


Und das gibt es noch in der Nähe

Paradies für Cineasten: Das kleine ABC-Kino
Es müssen nicht immer Blockbuster sein! Das ABC-Kinounweit der Münchner Freiheit steht seit vielen Jahren für tolle Independent-Filme. Hier laufen deutsche wie auch internationale Produktionen mit gewissem Anspruch. Für Filmnostalgiker ist ein Besuch im ABC zudem wie ein Ausflug in die goldene Ära der kleinen Programmkinos: Ein Imbissverkauf direkt am Eingang und ein Saal mit einigen Reihen bequemer Polstersessel – mehr braucht das ABC-Kino nicht. Kein Wunder, dass das Haus in der Herzogstraße bei Cineasten hoch im Kurs steht.

Kleinkunst, die begeistert: Kabarett und Poetry Slams
Nicht umsonst gilt Schwabing als Kleinkunst-Mekka. Rund um die Occamstraße kann man schon mal auf Bruno Jonas, Andreas Rebers oder Josef Hader treffen, die vor ihrem Auftritt noch einmal frische Luft schnappen. Im Lustspielhaus stehen etablierte Kabarettisten auf der Bühne, während die benachbarte Theaterkneipe Vereinsheim dem Nachwuchs eine Chance gibt. Die wöchentliche Lesebühne „Schwabinger Schaumschläger Show“ und der Poetry Slam „Blickpunkt Spot“ genießen schon beinahe Kultcharakter. Die Lach- und Schießgesellschaft ist weit über die Grenzen Münchens hinaus ein Begriff, das TamS-Theater steht für anspruchsvolles Theater. Eine große Bandbreite bietet das Theater Heppel& Ettlich im Obergeschoss des Restaurants „Drugstore“.

Kultkneipen
Seinen Ruf als Unterhaltungsviertel verdankt Schwabing nicht zuletzt der hohen Dichte an beliebten Bars und Kneipen. Hier stößt man auf das Leben an. Die bekannte „Schwabinger 7“ musste zwar vor einigen Jahren schließen, fand aber wenige Meter die Feilitzschstraße hinunter eine neue Bleibe. Kultcharakter besitzt auch der „Pilsdoktor“ in der Leopoldstraße, bei dem eine Modelleisenbahn die Schnapsgläser herbeikutschiert. Das „Drugstore“ am Wedekindplatz ist ein uriges Überbleibsel der „Swinging Sixties“ und als Mischung aus Bar, Café und Restaurant bis heute sehr beliebt.